Wednesday, July 2, 2008

Chinesische Wanderarbeiter

Ressort: WirtschaftURL: /wirtschaft/artikel/570/183002/Datum und Zeit: 02.07.2008 - 13:45
29.06.2008 9:21 Uhr

Chinesische Wanderarbeiter
Das Los von Wu Ying
Millionen chinesischer Wanderarbeiter werden noch immer rücksichtslos ausgebeutet, doch die Regierung unternimmt kaum etwas dagegen.Von Janis Vougioukas

Wu Ying sagt, dass sie zufrieden ist. Ihr Team hat gerade einen neuen Schichtleiter bekommen, er ist nett. Sie müssen jetzt nicht mehr so oft Überstunden machen. Vor ein paar Wochen hat der Chef ihr sogar einen Bonus gegeben, weil sie drei Monate keine Fehler gemacht hatte. 60 Yuan waren das, umgerechnet fast sechs Euro. "Das hat mich wirklich sehr gefreut", sagt sie.
Es ist später Nachmittag, ein Sonntag in der chinesischen Fabrikstadt Shenzhen, die Luft ist heiß. Wu Ying trägt einen blauen Arbeitskittel, auf der linken Brust steht der Name ihrer Firma: Yonghong Electronics. Alle hier tragen diesen Kittel. Gerade hat die Pause begonnen, aus dem Kantinenbau dringt der Geruch von gebratenem Gemüse auf die Straße, doch Wu Ying möchte vor dem Essen und der Spätschicht noch schnell die letzten Sonnenstrahlen genießen und hockt draußen neben dem Fabriktor auf dem Bürgersteig. Sie ist älter als die anderen 2000 Arbeiter bei Yonghong Electronics, Mitte 40 bereits, und dankbar, dass sie Arbeit hat.

Geldstrafen für kleinste Fehler
Es dauert fast eine Stunde, bis sie dann doch noch von ihren Problemen erzählt. Sie ärgert sich über die "freiwilligen Überstunden", die sie am Fließband leisten muss, immer wenn die Kunden aus Europa und den USA es besonders eilig haben. "Freiwillig" heißt: ohne Bezahlung. Selbst kleine Fehler werden mit Geldstrafen geahndet. Manchmal ziehen die Aufseher zehn Yuan vom Gehalt ab, wenn man nicht gerade auf seinem Stuhl sitzt. Und oft schmerzen Augen und Hände nach der Arbeit. Wu Ying sagt, ihr letzter freier Tag liege Wochen zurück.
Sie trägt ihren Dienstausweis um den Hals. Auf der Rückseite hat sie ein Foto in die Plastikhülle geklebt. Ein Junge und ein Mädchen, beide lächeln. Es sind ihre Kinder, die zu Hause in ihrem Heimatdorf auf sie warten. Wenn sie einsam ist, oder müde von den langen Stunden am Fließband, dann schaut sie kurz auf das Bild und hat wieder genug Kraft für ein paar Stunden. Wu Ying steht auf und trottet zurück durch das Fabriktor, die ganze Straße ist auf einmal leer und still. Um 18 Uhr beginnt die Abendschicht, das Fließband duldet keine Verspätung.

Yonghong Electronics ist Teil des Elektronikkonzerns FSP Group aus Taiwan. Die Fabrik in der südchinesischen Industriestadt Shenzhen produziert Konverter und Adapter für die Notebooks fast aller großen Computerhersteller. Chinas Wirtschaft hat in wenigen Jahren Unglaubliches geschafft: Lebensstandard und Konsumgewohnheiten der Stadtbewohner an der reichen Ostküste sind heute nicht mehr weit entfernt von dem Niveau vieler westlicher Länder. Nur die 200 Millionen Wanderarbeiter in den Fabrikstädten entlang der Ostküste arbeiten unter unmenschlichen Bedingungen. Doch zum ersten Mal seit dem Beginn der chinesischen Wirtschaftsreformen bessert sich die Situation der Fabrikarbeiter.

Die Fabrikhalle der Welt
Immer wieder hört Jenny Chan Geschichten wie die von Wu Ying. Sie hat jeden Satz in ihrem kleinen Notizbuch mitgeschrieben, und zum Abschied hat sie die leicht verdutzte Wu Ying in den Arm genommen, wie eine alte Freundin. Tausende Wanderarbeiter hat Chan in den letzten Jahren befragt, Dutzende Berichte verfasst, und noch immer geht ihr jede Geschichte nahe. Chan ist 31 Jahre alt, geboren in Hongkong, kaum 50 Kilometer von hier entfernt. Hongkong war damals noch eine Kolonie der britischen Krone. Sie war gerade ein Jahr alt, als China sich öffnete. Seitdem sind Shenzhen und das Perlflussdelta zum Zentrum der chinesischen Exportindustrie geworden, die Fabrikhalle der Welt.

Im September 2005 eröffnete Disneyland Hongkong. Über Monate war der Park das wichtigste Gesprächsthema der Stadt. Chan studierte Soziologie an der Hong Kong University. Einige ihrer Professoren hatten sich damals zusammengeschlossen, um die Arbeitsbedingungen in den Fabriken zu untersuchen, die für den Disney-Konzern die Kinderbücher, Souvenirs und die lustigen Comicpuppen produzierten. "Walt Disney verkauft eine Zauberwelt, doch in den Fabriken herrschten Bedingungen wie in einer Strafkolonie", sagt Chan. Viele Hongkonger erfuhren zum ersten Mal vom Elend und der Ausbeutung der chinesischen Fließbandarbeiter.
Es war ein roher, brutaler Kapitalismus, der sich damals auf dem chinesischen Festland ausbreitete. In den Zeitungen tauchten immer mehr Schreckensgeschichten auf. Bei einem Feuer in einer Fabrik in Shenzhen starben 78 Arbeiter, weil die Fenster vergittert und die Türen abgeschlossen waren. In vielen Fabriken mussten die Arbeiter jeden Tag 16 Stunden schuften, und wer sich beschwerte, wurde fristlos gefeuert, denn am Fabrikeingang warteten schon die nächsten Wanderarbeiter aus dem weiten chinesischen Hinterland.

"Jede Fabrik verletzt die Arbeitsgesetze"
Chan schloss sich ihren Professoren an und half bei den Recherchen. Nach ihrem Studium wurde sie hauptberufliche Aktivistin bei der kleinen Nichtregierungsorganisation Students and Scholars against Corporate Misbehavior, die sich von Hongkong aus für die Rechte chinesischer Arbeiter einsetzt.
Seit Walt Disney ist viel passiert. Es gibt inzwischen Gesetze zum Schutz der Arbeiter. Chinas Regierung hat Mindestlöhne und Sozialversicherungen eingeführt, seit Januar gilt ein neues Arbeitsvertragsrecht, das in vielen Punkten sogar noch strenger ist als das deutsche. Auch im Westen sind viele Kunden kritischer geworden. Kein Weltkonzern kann es sich heute noch erlauben, die Arbeitsbedingungen der chinesischen Lieferanten zu ignorieren. Jeder Markenhersteller verfügt inzwischen über Ethikrichtlinien, die Kinderarbeit verbieten und soziale Mindeststandards vorschreiben.
Doch das alles half nur wenig. "Fast jede Fabrik verletzt die chinesischen Arbeitsgesetze, und die lokalen Regierungen in den Industriestädten akzeptieren das, um das Investitionsklima nicht zu verschlechtern", sagt Chan. Vor zwei Jahren hat sie Yonghong Electronics zum ersten Mal besucht und entdeckt, dass über 200 Arbeiter nicht einmal 16 Jahre alt waren. Dabei ist Kinderarbeit auch in China verboten. "Die Arbeiter haben am meisten zum Aufbau Chinas beigetragen. Sie geben dafür ihre Jugend und ihre Gesundheit und profitieren am wenigsten", sagt Chan. Als sie ihren ersten Bericht über Yonghong veröffentlichte, kündigte der amerikanische Computerkonzern Dell seine Zusammenarbeit mit dem Unternehmen. Yonghong achtet seither auf das Alter seiner Mitarbeiter. "Nur wenn die Firmen aus dem Westen ihre Einkaufspolitik ändern, wird sich etwas verbessern", sagt Chan.

Es gibt auch in China Gewerkschaften. Doch die werden streng vom Staat kontrolliert und beschränken sich meist auf die Veranstaltung von Tischtennisturnieren und Tanzabenden. Unabhängige Arbeiterorganisationen gab es früher nur in Hongkong. Der Dissident Han Dongfang moderierte dort sogar eine Radiosendung, die nach China ausgestrahlt wurde, um die Arbeiter über ihre Rechte zu informieren. Doch berühmt wurde er damit vor allem in Europa und den USA.

Seit einigen Jahren gibt es auch in China erste unabhängige Arbeiterorganisationen. Liu Kaiming hatte Literatur studiert und promovierte über die Rolle kritischer Schriftsteller in Taiwan. Nach den Studentenprotesten 1989 hatte er einige Zeit im Gefängnis verbracht. Es war mit dem Hintergrund nicht leicht, einen Job zu finden. Ein Freund vermittelte ihm einen Arbeitsplatz als Reporter bei der Rechtszeitung in Shenzhen. Das Blatt gehörte der Regierung, und Liu schrieb lange Artikel über Komiteebeschlüsse und Verordnungen, er hackte bis tief in die Nacht Phrasen und Parolen in den Computer, doch Liu fehlte die Leidenschaft.

Unzählige bei der Arbeit verstümmelt
1998 interviewte er einen Anwalt. Er hieß Zhou Litai, und Liu hatte gehört, dass er plante, die Regierung zu verklagen. "Das klingt interessant", dachte Liu. Er besuchte Zhou in seiner Wohnung. Der Anwalt teilte sich ein paar heruntergekommene Zimmer mit 20 Wanderarbeitern. Sie schliefen auf Pritschen.
Viele hatten eine Hand verloren, manche einen ganzen Arm, andere hatten vernarbte Gesichter, und viele von ihnen waren fast noch Kinder. Alle hatten ihre Körper bei Arbeitsunfällen verstümmelt. "Ihre Geschichten berührten mein Herz", sagt Liu. Die gesetzliche Entschädigung für eine verlorene Hand betrug damals 3300 Yuan. Zhou, der Anwalt, wollte das Büro für soziale Sicherheit verklagen, um vor Gericht höhere Entschädigungen zu erkämpfen.
Lius Artikel erregte damals so großes Aufsehen, dass die Regierung in Peking sich bei ihm meldete und ihn beauftragte, einen Bericht über Arbeitsunfälle zu schreiben. Er arbeitete ein halbes Jahr daran. Er führte 500 Interviews und sammelte die Namen von 12000 Arbeitern, die alle in einem einzigen Jahr verletzt worden waren. "Danach wollte ich nicht mehr Journalist sein", sagt er. Liu gründete das Institute of Contemporary Observation. Er druckt Broschüren für Arbeiter, er informiert auch die Manager, die selbst die Gesetze oft nicht kennen.

Vor einigen Jahren kam eine Studie der chinesischen Regierung zu dem Ergebnis, dass die Löhne der Fließbandarbeiter zwischen 1992 und 2004 nur um 68 Yuan gestiegen sind - es gibt in Shenzhen Hotels, wo eine Tasse Kaffee mehr kostet. "Doch in jüngster Zeit ist der Durchschnittsverdienst um 20 Prozent gewachsen", sagt Liu. "Und das ist erst der Anfang!"

Der Arbeitskräftemangel stärkt die Position der Arbeiter
In Shenzhen ist es schwer geworden, Mitarbeiter zu finden. 2006 konnten allein in der Provinz Guangdong 2,5 Millionen offene Stellen nicht besetzt werden. Seitdem hat sich die Situation noch verschärft. Heute konkurrieren die Fabriken um ihre Arbeiter. Sie locken mit Geschenken. In den Wohnheimen fließt auch warmes Wasser in den Duschen. Und die Löhne der Arbeiter steigen schneller als je zuvor.
Der Arbeitskräftemangel hat die Position der Arbeiter gestärkt. Sie sind selbstbewusster geworden. Wenn die Löhne nicht pünktlich gezahlt werden, stehen die Maschinen still. Langsam drängt die erste Generation der Ein-Kind-Politik auf den Arbeitsmarkt. Das wird die Situation der Arbeiter weiter aufhellen. In kurzer Zeit hat die Demografie erreicht, was Gesetze und Aktivisten nie geschafft hatten. "Das wird die ganze Wirtschaft verändern, und die Arbeitsbedingungen der Wanderarbeiter werden sich weiter verbessern", sagt Liu.
Viele Fabrikbesitzer kritisieren, dass höhere Löhne im harten Wettbewerb nicht finanzierbar seien. "Sie klagen über hohe Kosten, doch sie fahren dicke Autos und wohnen in Luxusvillen", sagt Liu. Er klingt jetzt wie ein richtiger Arbeiterführer.
(SZ vom 28.06.2008)

Nachwirkungen des Mattel Skandals

Ressort: WirtschaftURL: /wirtschaft/artikel/210/179658/Datum und Zeit: 02.07.2008 - 13:22
11.06.2008 14:10 Uhr

China
Lizenzen von 700 Spielzeugfabriken eingezogen
Nach den Skandalen um gefährliches Kinderspielzeug hat Peking die Exportlizenzen von fast jeder fünften Spielzeugfirma kassiert. Die prüfende EU-Kommissarin fand neben Problemen aber auch Fortschritte.

Nach den Skandalen um teils schwere Produktmängel bei Spielzeug aus China hat Peking einem Medienbericht zufolge die Exportlizenzen von rund 700 Spielwarenfabriken kassiert. Damit sei fast jeder fünften der insgesamt 3540 Spielzeugfabriken im Land die Ausfuhrgenehmigung entzogen worden, berichtete die Zeitung China Daily .

Kein Grund für "Selbstgefälligkeit"
Das Blatt zitierte den Chef der Generalverwaltung für Qualitätssicherung, Li Changjiang, mit den Worten: "Nach der Überprüfung hat sich die Lage bei der Produktion von Spielzeug für den Export deutlich verbessert."
Die oberste Verbraucherschützerin der EU befand zwar, China habe "echte Fortschritte" bei der Kontrolle gefährlicher Produkte gemacht. Doch es gebe keinen Grund für "Selbstgefälligkeit", sagte EU-Verbraucherschutzkommissarin Meglena Kuneva am Mittwoch in Peking.
Kuneva forderte die Regierung zu mehr Investitionen in die Sicherheit chinesischer Produkte auf. Die Regierung müsse vor allem kleineren Produzenten bei der Einhaltung der nötigen Standards helfen, da diese die anstehenden Investitionen häufig nicht alleine aufbringen könnten, sagte Kuneva in Peking. Auch die teilweise schwierige Rückverfolgung gefährlicher Produkte bis zum Hersteller bereite Sorgen.

Die Hälfte der Mangelprodukte kommt aus China
Aus dem Exportland China stammten 2007 mehr als die Hälfte der in der Europäischen Union als gefährlich eingestuften Produkte. Vor allem Spielzeug und Elektrogeräte wiesen der EU-Kommission zufolge Mängel auf. Nach zahlreichen Skandalen wegen verunreinigter Produkte - von Zahnpasta über Tiernahrung bis hin zu Fisch - steht das Thema in den Handelsbeziehungen der EU und der USA mit China an oberster Stelle.

Spielzeug aus ChinaQualität made in China?
In China entstehe dennoch eine "neue Sicherheitskultur", sagte diie Kommissarin und lobte die Einführung eines chinesischen Warnsystems, das dem europäischen System Rapex nachempfunden sei. Es müsse sich allerdings erst noch beweisen.

22 Milliarden Spielzeuge in alle Welt
Nach Angaben der Kommission hätten Chinas Behörden im vergangenen Jahr 3500 Hersteller untersucht. Die Kommissarin besuchte China, um zu prüfen, ob das Land sein im vergangenen Jahr nach umfangreichen Rückrufaktionen gemachtes Versprechen verstärkter Kontrollen auch einhalte. Aus der Hauptstadt wird sie weiter in die Boomregion Guangzhou reisen, wo ein großer Teil des Spielzeugs "Made in China" hergestellt wird, sowie in die Hafenmetropole Hongkong.
Der China Daily zufolge exportiert die Volksrepublik jährlich rund 22 Milliarden Spielzeuge, ein Viertel davon für den europäischen Markt.
(sueddeutsche.de/AFP/AP/dpa/jkr/mel)

Sommerspiele in Peking

Ressort: WirtschaftURL: /wirtschaft/artikel/797/183227/Datum und Zeit: 02.07.2008 - 13:03
30.06.2008 08:19 Uhr

China
Milliardenfiasko durch Olympia
Chinas Wirtschaft hat lang auf den Olympia-Boom gehofft. Inzwischen rechnet sie mit Milliardenverlusten.Von Janis Vougioukas

In den vergangenen Wochen hat die Pekinger Führung Hunderte Sicherheitsvorschriften für Verkehr, Transport und Umwelt verschärft. Manche Bestimmungen sind so streng, dass in vielen Branchen die Produktion gefährdet ist. Erste Unternehmen erwägen bereits, ihre Fabriken für die Dauer der Olympischen Spiele zu schließen.
Fast jeden Tag veröffentlicht die chinesische Regierung neue Vorschriften. Am Donnerstag wurde bekannt, dass Telefon- und Internetanbieter im August keine neuen Kundenverträge mehr abschließen dürfen. "Wir fassen das Netzwerk nicht an, um die Stabilität während der Olympischen Spiele nicht zu gefährden", sagte ein Mitarbeiter der China Telecom. Allein die chinesischen Mobilfunkanbieter schließen jeden Monat etwa neun Millionen neue Kundenverträge ab.

Angst vor Unfällen
Im April hat China schon die Einreisebestimmungen verschärft. Geschäftsleute können inzwischen nicht mehr sicher sein, für ihren China-Besuch auch ein Visum zu bekommen. Business-Visas dürfen nur noch im Heimatland beantragt werden. "Zeitaufwand und Kosten sind enorm", heißt es in einer Stellungnahme der Europäischen Handelskammer in Peking. Erste Hotels in in der Volksrepublik klagen bereits über Besucherrückgang. Beim Capital Hotel in Peking sind die Buchungszahlen um 40 Prozent eingebrochen. Ursprünglich war mit 500 000 ausländischen Besuchern bei den Olympischen Spielen gerechnet worden. Die Stadt Peking hatte auf Mehreinnahmen von 4,5 Milliarden Dollar gehofft. Doch die Verluste durch die Olympischen Spiele könnten noch weit darüber liegen.

Um die schlechte Luftqualität in der chinesischen Hauptstadt zu verbessern, müssen Tausende Fabriken im Umkreis von mehreren Hundert Kilometern um Peking die Produktion schon Wochen vor den Olympischen Spielen einstellen. Betroffen sind auch 43 Stahlwerke in Tianjin und der Provinz Hebei, dem Zentrum der chinesischen Montanindustrie. Im vergangenen Jahr produzierte Hebei etwa ein Fünftel des chinesischen Stahls. Die Branche rechnet bereits mit Engpässen und drastischen Preisanstiegen.
Am schwersten betroffen sind allerdings die Chemieindustrie und die Logistikbranche. "Der Schaden wird so erheblich sein, dass er keine Olympischen Spiele rechtfertigt", sagt Nikolas Gruber, Gründer des Chemikalienhändlers Gruber Chem.

Aus Angst vor Unfällen und Anschlägen hat das Pekinger Ministerium für Öffentliche Sicherheit die Auflagen für Gefahrengütertransporte deutlich verschärft. Bis Anfang Oktober ist der Transport von vielen giftigen und gefährlichen Gütern sogar ganz verboten worden. Die Häfen Qingdao und Schanghai haben die Verschiffung von gefährlichen Gütern ganz eingestellt. In vielen Städten werden die Regeln so strikt ausgelegt, das selbst der Transport von Zitronensäure, Kugelschreibern und Batterien nicht mehr möglich sei, klagen Branchen-Insider.
Vor allem der Import gefährlicher Chemikalien ist erschwert worden. Seit zwei Wochen gelten die neuen Transportvorschriften. Etlichen Fabriken könnte schon bald der Nachschub ausgehen. "Wir haben die Sorgen, dass unsere Produktion für acht Wochen zum Erliegen kommt", sagt der Chef der Niederlassung eines großen deutschen Chemiekonzerns.

"Keine Planungssicherheit"
Längst ist nicht nur die Versorgung mit gefährlichen Chemikalien schwierig geworden. "Viele Reeder nehmen unproblematische Chemikalien nicht mehr mit - aus Angst, dass die Regeln erneut geändert werden und sie die Ware in China im Hafen nicht löschen können", sagt Händler Gruber. "Man hat als Unternehmer keinerlei Planungssicherheit." Nach einer Studie der Deutschen Bank importierte China im vergangene Jahr Chemikalien im Wert von 80 Milliarden Euro. 2007 verbrauchte die chinesische Wirtschaft Chemikalien im Wert von 290 Millionen Euro, der höchste Wert in Asien. Dutzende neue Regeln erschweren auch die Arbeit der Logistikkonzerne. Seit Anfang Juni dürfen Post und Kurierdienste in China keine Datenträger, Flüssigkeiten oder Pulver mehr befördern. Quasi über Nacht wurden in Peking neue Abgasnormen eingeführt. Lastwagen von außerhalb haben inzwischen gar keinen Zugang mehr zur Stadt. Um das Verkehrschaos zumindest für die Dauer der Olympischen Spiele zu mindern, dürfen Fahrzeuge, abhängig von ihrem Nummernschild, nur an geraden oder ungeraden Tagen gefahren werden. Bereits seit Monaten bereiten sich die Logistikkonzerne auf den olympischen Ausnahmezustand vor. DHL hat spezielle "Notfall-Logistikzentren" außerhalb Pekings eingerichtet und zusätzliche Fahrzeuge mit geraden und ungeraden Nummernschildern angemietet.

DB Schenker, offizieller Logistikpartner der Olympischen Spiele, will sich inzwischen lieber nicht mehr zu den Transportproblemen äußern. Kürzlich sollte Schenker für die Paralympics Prothesen nach Peking liefern. Doch der Spezialklebstoff wurde als Gefahrengut eingestuft. Jedes der vielen tausend kleinen Probleme muss inzwischen einzeln mit den Olympischen Vorbereitungskomitee ausgehandelt werden.
(SZ vom 30.6.2008/hgn)

Saturday, June 7, 2008

Black Rainstorm and a Dragon Boat Race

Hello my friends, once again long time no hear but I had to undergo a sudden bone tumor surgery (as reported in the previous poem by Parul) and was knocked out for a couple of weeks. Finally I am getting back to being able to sit comfortably again and here I am to keep you posted.

Tomorrow is our big day - the Dragon Boat Festival and the races will be all day long. The AWA Globe paddlers are one of 12 participating female teams and we're all competing together in 3 races. 231 teams signed up for this event this year which is a new record for Stanley and the reason that they had to enlargen the race course to 12 lanes which is thrilling! It have been an exciting 4 months and all the crazyness and hard work were worth it in the end - we managed to build up a group of paddlers with fabulous team spirit, always committed and determined to give it their best and achieved a very close cameraderie amongst us - hopefully we'll manage to hold on to it until our next season.

Please keep your fingers crossed for bearable weather and help to push these lousy clouds away - we're experiencing a very bad weather streak since weeks and woke up this morning with a terrible black rainstorm in progress, meaning heavy thunderstorms, winds and rainfall of more than 70mm/hour. The streets look like torrential rivers and every citizen is advised to stay at home because amongst other things, landslides can be expected in some parts of Hong Kong.

Below I would like to publish a poem one of my fellow paddlers, Sue, wrote about our Dragon Boat Team - I hope you do enjoy reading it as much as I did, talk to you soon, R

I'm going to join the Dragon Boat team
What a lovely idea, or so it seemed
A cultural experience, it'll be so much fun
Mornings on the water soaking up the sun.

Our first team event revolved around food
Kathy hosted a dinner with plenty of booze
As I looked around the room I smiled deep inside
I knew it was going to be a heck of a ride.

That night we met our coaches for the first time
They seemed really nice after a few glasses of wine
There were promises of strength and a new toned lean body
Finally, I'm going to be a Dragon Boat Hottie!

I went shopping for all my new fancy gear
I bought pads for my knees, my hands and my rear
I was dri-weaved and water proofed from my head to my toes
It was time to start paddling and see how it goes.

The first day of practice I arrived at the beach
Gary was there and ready to teach
We were psyched, we were pumped, we were ready for battle
we were just hoping you'd show us how to hold the darn paddle!

The next morning I woke up and jumped out of bed
I had pains in my legs that shot up to my head
It was in that moment that I first realized,
I'd have to start using the muscles in my thighs.

The life of a Dragon Boat Goddess is not as glamorous as it may appear
We have bruises in places that we can't mention here
My hair is a mess from all the salty water in Stanley
And I've swallowed enough to give me dysentery!

We showed up for practice week after week
The training schedule is not for the meek
We were there on the water, the lone Dragon Boat
Dodging windsurfers, buoys and other things that float.

The practice race has arrived we kept up with the herd
Our hard work earned us a trophy for 3rd
There were Gorillas on one side and youngsters on the other
And a novice steersman in charge of our rudder.

With new determination and Gary's voice getting hoarse
We were slowly turning into the Mighty G-Force
We learned dirty words like Lactic, Race pace and Reach
I've never been so happy to safely arrive at the beach.

Some say "I Love You" are the best words around
But there is something even better I've found
After a long day of practice out in the sun
The 3 sweetest words are... "o'Let It Run!"

We practiced our timing, just like you said
"Longer, Harder, Deeper" would ring in my head
We practiced our cheering as we race for the title
By watching new episodes of American Idol.

Julie's in front, the heartbeat of our team
Cheering us on as we run out of steam
She can count, she can drum, she is truly a force
As long as she doesn't have to do it together, of course.

Our fearless leader Regine is there by our side
She is so impressed with us and so full of pride
You kept us in line time after time
"Shut Up Now Ladies!" we would hear Regine chime!

3 months ago we were a whole different crew
We are capable of so much more than we knew
It has truly been an honor to paddle with you all
Especially when it is hard enough to make Gary fall.

So raise your drinks in one final cheer
The time has arrived, it's finally here
So a toast to my teammates as we raise up our glasses
And prepare to kick some Dragon Boat Asses!

Sue Oakes

Tuesday, June 3, 2008

Einreisebestimmungen fuer China

Ressort: WirtschaftURL: /wirtschaft/artikel/527/177985/Datum und Zeit: 03.06.2008 - 07:14
02.06.2008 17:47 Uhr

Einreise-Politik
China drangsaliert ausländische Geschäftsleute
Verschärfte Bedingungen: Chinas neue Einreisebestimmungen bedrohen die Arbeit vieler ausländischer Unternehmen. Besonders gravierend sind die Probleme für die Kinder deutscher Manager in China.Von Janis Vougioukas

Seit April gelten neue Visabestimmungen. Seitdem ist die Einreise in die Volksrepublik kontinuierlich erschwert worden. Viele ausländische Mitarbeiter bekommen gar keine Arbeitserlaubnis mehr. Geschäftsreisende werden nicht ins Land gelassen. Freiberufler und Mitarbeiter kleiner ausländischer Firmen müssen wieder ausreisen. Die Touristenzahlen sinken.
Vor sechs Wochen tauchten zum ersten Mal Meldungen über strengere Regeln für Visa auf. Mehrere chinesische Universitäten berichteten, dass Gaststudenten das Land für den Zeitraum der Olympischen Spiele verlassen müssten.
Inzwischen betreffen die Neuregelungen auch alle anderen Ausländer. In der internationalen Gemeinschaft in China sind die Einreisebestimmungen inzwischen zum dringendsten Thema geworden. Erste ausländische Firmengründer mussten ihre Kleinbetriebe bereits in China zurücklassen. Mehrere westliche Firmen haben Delegationsreisen absagen müssen

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PekingWas Olympia-Gäste nicht dürfen


"Wir machen bei allen globalen Konferenzen und Treffen einen großen Bogen um China", sagt der Vertreter eines deutschen Dax-Konzerns, der ungenannt bleiben möchte.
Ein deutscher Topmanager, dessen Unternehmen in China über 6000 Mitarbeiter beschäftigt, musste bei der Verlängerung seines Visums erstmals auch sein Abiturzeugnis vorlegen. Bei einer Blitzumfrage der deutschen Auslandshandelskammer gaben 62,3 Prozent der deutschen Unternehmer an, dass die neuen Einreisebestimmungen ihre Geschäftstätigkeit beeinträchtigen. Das war Ende April. Inzwischen gelten die Probleme für fast alle Unternehmen.

Viele Geschäftsreisende kamen in den vergangenen Jahrzehnten mit Touristenvisa ins Land. Heute verlangen Botschaften und Konsulate bei der Beantragung genaue Auskunft über die Reiseroute sowie den Nachweis von Flugtickets und Hotelbuchungen für jede einzelne Nacht. Geschäfts-Visa werden nur noch gegen Vorlage eines Einladungsschreibens der chinesischen Regierung erteilt, vorzulegen im Original. Früher reisten viele ausländische Manager in die ehemalige britische Kronkolonie Hongkong, um ihr Visum zu verlängern. Heute müssen die Aufenthaltsgenehmigungen im Heimatland beantragt werden.

Besonders gravierend sind die Probleme für die Kinder deutscher Manager in China. Volljährige Kinder müssen inzwischen ein eigenes Visum beantragen. Bei rund einem Dutzend Kindern in der zwölften Schulklasse der deutschen Botschaftsschule in Peking läuft das Visum Ende des Monats aus. "Die Frage ist jetzt, ob die Kinder danach bleiben dürfen", sagt Schulleiterin Angela Strathmann. Vorsichtshalber hat die Schule eine E-Learning-Plattform eingeführt. Falls die Schüler das Land verlassen müssen, sollen sie den Unterrichtsstoff wenigstens per Internet bekommen.

Etwa 500 deutsche Firmen unterhalten Niederlassungen in der ehemaligen britischen Kronkolonie Hongkong. Bei den meisten liegt der Schwerpunkt der Geschäftsaktivitäten in China. "Früher wurden die Visa für einen Besuch in der Grenzstadt Shenzhen direkt bei der Einreise erteilt. "Das geht heute nicht mehr", sagt Sabine Florian, stellvertretende Geschäftsführerin der Auslandshandelskammer.

Die meisten Unternehmen hoffen, dass die Vorschriften nach den Olympischen Spiele wieder gelockert werden. Doch bis heute hat die chinesische Regierung offiziell nicht einmal die neuen Regeln veröffentlicht und bestreitet sogar, die Vorschriften überhaupt verschärft zu haben. "Visums-Prozedur nicht erschwert", schrieb die amtliche Tageszeitung China Daily noch in der vergangenen Woche. Dabei sind die Folgen für die chinesische Wirtschaft schon jetzt spürbar. Im April sank die Zahl der ausländischen Besucher um 5,3 Prozent. Selbst für den Zeitraum der Olympischen Spiele in Peking ist eines von vier Hotelzimmern in den Fünfsternehotels noch frei. Bei den Viersternehotels sind mehr als die Hälfte der Zimmer noch nicht reserviert worden. Erst Anfang Mai eröffnete Air Berlin seine neue Route von Düsseldorf nach Schanghai. Nach nur einem Monat reduzierte die Fluggesellschaft die Zahl der wöchentlichen Flüge wegen "sinkender Nachfrage" von fünf auf drei.

China hat in den vergangenen Monaten nicht nur die Einreisebestimmungen verschärft. Siemens sah sich bereits dazu veranlasst, alle Mitarbeiter per E-Mail zur Einhaltung der chinesischen Gesetze aufzufordern. "Alle Aktivitäten im Zusammenhang mit exzessivem Alkoholkonsum, öffentlicher Unruhe, Streit, Kämpfen, schwere Verkehrsvergehen, Drogen, Glücksspiel, Prostitution, Fälschermärkte, Internetrestriktionen, Zollvergehen, politische Aktivitäten und ähnliche Vergehen werden vor und während der Olympischen Spiele streng bestraft."
(SZ vom 03.06.2008/mel)

Saturday, May 17, 2008

It's this time of the year again.....










...where we have no other subject than Dragon Boating to discuss ;-) AWA Globe Paddlers finished 3d in our Warm-Up Race and the team spirit is very high. We're really a fabulous group of women, close knit in the meantime and committed up to our hair tips to reach the cup final on main race day which is on june 8th. I would like to share a poem with you that my paddle pal Parul composed after our last practice, it caught the spirit of the moment short and to the point - Cordie is our drummer/coach by the way and she was heading the last practice session, read on:



Cordie's Song

And a ONE!
and a two and a
Sea water stings the eye
And a three
And a one!
and a two
And another sleepless night
And a three! and a one!
And a tumor in my spine
And a two and a three
And a one!
And a move to Bangkok
And a two
And a three
And a difficult daughter
And a shoulder sprain
And a stressed husband
And a one
Wild, wide willful sea
Churning
Muscles burning
We REACH as ONE
For the love of speed
And we REACH as ONE
For the love of life
For the love of me and we
For love
And we REACH
to dredge the sea,
to dig
and chew
and consume the sea
So thick like trouble stew
Like marriage, like parenthood, like health, like life
And yet so worth every grueling, lactic, moment
In this one sea, take it or leave it
Breathless, but then there is this
One stroke
in this one moment, use it or lose it
Eighteen hearts drum as one,
beating the sea, loving the sea,
moving the very sea
in which we sit
And we REACH for more
Deeper
Harder
Faster!
Up one
Up one!
Breathe the sky
Breathe the sun
Breathe as one
And we REACH,
we REACH,
REACH
reach
The Finish


...and to see why we're all hyped up, just click on the link below and watch the official video the Dragon Boat Association sent to the teamleaders recently--->